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HISTORY

Die erste Truppe




 

Bigband-Vita - 25 Jahre Bigband am AJG1982 erfüllte sich ein über Jahre gehegter Wunsch. 18 Schülerinnen und Schüler, unter ihnen Bruder Seltring SVD mit seiner Tuba, nahmen samstags nach der fünften Stunde unter der Leitung von Musiklehrer Clemens Gilhaus die Probenarbeit auf. Das AJG hatte endlich wieder ein Blasorchester, das sich 1978 nach dem plötzlichen Tod von P. Schnur SVD aufgelöst hatte.

Als Clemens Gilhaus im Schuljahr 1979/80 seine Unterrichtstätigkeit am AJG begann, weckte er die schlafenden musikalischen Talente. Zunächst organisierte er kleine Instrumentalkreise, bestehend aus einigen Holz- und Blechbläsern, Blockflöten und Streichern, die die besonderen Ereignisse im Schulalltag begleiteten.

Im Oktober 1982 war beim ersten Hausmusikabend dann der erste Auftritt des gegründeten Blasorchesters. Voller Stolz wurden den staunenden Zuhörern in der voll besetzten alten Turnhalle Märsche wie „Lausitzer“, „Military Escort“ und der „Frühlingswalzer vorgestellt, die mit donnerndem Applaus gewürdigt wurden.

Schnell vergrößerte sich die Gruppe der Musiker, wurden neue Instrumente integriert. Mit dem Einsatz von E-Gitarre, Bassgitarre und Keyboard erhielt das Blasorchester einen eigenen und unverwechselbaren Sound, so dass der Begriff „Blasorchester“ allmählich nicht mehr passte. Denn inzwischen war nach dem Lieblingsstück „Longstreet Dixie“ mit der Erarbeitung von Tanzorchestertiteln (James Last, Bert Kaempfert, Max Greger) und Bigbandstücken begonnen worden.

Um Aufmerksamkeit musste sich die „Bigband“ - so die moderne Bezeichnung - nun keine Sorgen mehr machen. Man hatte sie bemerkt , auch in der Öffentlichkeit, und sie wurde nach Kräften unterstützt und gefördert durch den Schulleiter Herrn P. Werner Velten SVD, durch den Fördererverein, die Stadtsparkasse Neuenkirchen, die Gemeinde Neuenkirchen, die Firma Yamaha und weitere Sponsoren.

Hausmusikabende, Auftritte in der näheren und weiteren Umgebung und erste Konzertreisen sorgten in der Schülerschaft dafür, dass es an Nachwuchsmusikern nie mangelte. Keiner hatte in der Aufbauphase damit rechnen können, dass die Bigband einmal eine durchschnittliche Mitgliederzahl von 70 – 90 Schülerinnen und Schülern haben und sich die Gruppe der Benjamins mit 50 – 60 Schülerinnen und Schülern dazu gesellen werden.

Zwischen 1982 und 1984 präsentierte sich die Bigband vornehmlich bei schulinternen Veranstaltungen und gab einzelne Konzerte in Neuenkirchen, Wettringen, Rheine und Münster.
1985 war nicht nur die Mitgliederzahl gewachsen, auch der Ruf drang über die nächste Umgebung hinaus. Konzerte in Osnabrück, Köln und Düsseldorf waren die Folge. Im Erfolg einten sich Freude, Ehrgeiz und Engagement und mit diesen kamen die ersten Konzertreisen. Eine achttägige Reise nach Österreich mit Konzerten in Wien und Zwettel und auf dem Rückweg in Passau (!986) sorgte für weitere Motivation.
1988 folgte eine zehntägige Konzerttour durch die Schweiz mit Auftritten in Rheineck, Zürich und Appenzell. 1989 wurden erste Kontakte zum Jugendblasorchester in Görlitz und zum Jugendblasorchester des Hauses Overbach (Aachen-Jülich) hergestellt, die zu regelmäßigen Besuchen und Gegenbesuchen führten. 1992 kam es zur wichtigen Kontaktaufnahme mit dem Blue Lake Fine Arts Camp in Michigan (USA), die ebenfalls zu regelmäßigen Besuchen und Gegenbesuchen führte.

Diese vielfältigen musikalischen Aktivitäten förderten nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern waren der Nährboden für den Wunsch nach einem großen Projekt. 1995 kam es in der Stadthalle Rheine zur Aufführung der ersten Oldie-Revue. Der Erfolg war überwältigend, alle 8 Veranstaltungen waren ausverkauft. Von Rheine tingelte die Oldie-Revue durch die „halbe Welt“. Im Sommer 1995 ereignete sich im wahrsten Sinne des Wortes die erste große 14-tägige Konzertreise durch Michigan mit Stationen in Chicago, Detroit, Howard City und zum Abschluss Toronto (Kanada). Darüber schrieb Ronda Gilbert im Penasee Globe: Cultural event of the year for the Hopkins community was the AJG Bigband concert. Members are comprised of students from Germany who spent three days with…
Im Juni 1996 fand die Oldie-Revue im Haus Overbach Aachen ihren Abschluss in langanhaltendem Applaus des Auditoriums. (Aachener Zeitung vom 03.06.1996)

Die eigene Begeisterung und die des jeweiligen Publikums führten zwangsläufig dazu, eine zweite Revue in Angriff zu nehmen. Der 19. Februar 1999 war Premierentag dieses neuen musikalischen Großereignisses. Auch in diesem Sommer führte die große Reise wieder nach Michigan (USA) und Kanada.

Am 7. Februar 2003 öffnete sich der Vorhang der Stadthalle Rheine zum dritten Mal als es hieß: „The Arnold-Janssen-Gymnasium proudly presents…” Neun Veranstaltungen in der Stadthalle Rheine (jeweils 1000 Besucher), 1 Veranstaltung in der Emshalle Emsdetten (2400 Besucher) und eine Open-Air-Veranstaltung im Park der Villa Hecking in Neuenkirchen waren jeweils ausverkauft. Vom 1.-14.August gab es dann für die engagierten Musiker, die eine lange Probenzeit hinter sich hatten, wieder eine Konzertreise. Die ursprünglich geplante Amerkareise musste mit Blick auf den Irakkrieg leider abgesagt. Die Alternativtour durch verschiedene Städte wie Berlin, Leipzig, Grimma, Dresden, Prettin, Prag und Magdeburg war alles andere als eine Ersatztour. 16 Konzerte in 14 Tagen waren nicht zuletzt wegen der hohen Temperaturen eine enorme Anstrengung. Die gewonnen Eindrücke und die erlebte unbeschreibliche Gastfreundschaft werden allen Mitgliedern in steter Erinnerung bleiben. Viele Anschlusskonzerte in diesen Städten sind der Bigband für die nächsten Jahre in Aussicht gestellt. Im Jahr 2004 haben die jungen Musiker vom 21. – 25.Juli die deutsch-chinesichen Jugendtage in Berlin mitgestaltet. Ein Besuch der Stadt Peking im Jahr 2009 ist nicht ausgeschlossen. Auch die Aufführungen einer Oldie-Show in der Stadthalle Gütersloh im Rahmen des deutschen Ärztetages im Jahr 2005, 2006 und 2007 haben zu weiteren Terminen geführt. Die Oldie Revue 2007 – ein 3stündiges Non-stop-Programm mit 234 Mitwirkenden und 34 Titeln einschließlich der ausverkauften Generalprobe im Rahmen von 9 Veranstaltungen in der Stadthalle Rheine zu vollsten Zufriedenheit aller präsentiertiert werden. Anschließend folgten im Rahmen der Konzertreise „AJG-Bigband on Unicef-Tour“ weitere 12 weitere Aufführen in den Städten Köln, Trier, Augsburg, Bregenz, Konstanz, Ueberlingen, München, Regensburg, Frankfurt und Münster. Es war einfach "schier unglaublich", wieviele engagierte ehrenamtliche Unicef-Mitarbeiter wir in den o.g. Städten kennenlernen durften.
Vom 24. – 26.August 2007 feirten wir mit einem großen Musikfestival an unserer Schule das 25jährigen Bestehen der Bigband. Die Ehemaligen, die EKS-Bigband aus Herten und der Musikzug der Feuerwehr Neuenkirchen sorgten zusammen mit uns für 3 stimmungsvolle Tage. Auch die Anwesenheit von Pater Schlecht (Phil) hat allen gut getan. Eine Neuauflage der Oldie-Revue in Auszügen gab es am Freitag, den 07.September in Emsdetten Sinningen. Die für den 14.September im Park der Villa Hecking in Neuenkirchen geplante Oldie Revue Wiederholung fiel leider ins Wasser. Beim überwältigenden "Spotissimo Jubiläum" (25 Jahre) in der Emshalle Emsdetten im Januar 2008 waren wir zum 21.Mal dabei. Der Besuch der Minxing Primary School aus Dalian (nördlich von Peking) im Januar 2008 gehörte nicht zuletzt mit Blick auf das Gemeinschaftskonzert sicher zu den außergewöhnlichsten Erfahrungen, für die wir alle sehr dankbar sind. Auch das Benefizkonzert für Haus Hannah - ebenfalls im Februar 2008 - in Stroetmanss Fabrik in Emsdetten war mit einem Reinerlös von mehr als 6000,- Euro ein motivierender Erfolg. Trotz der augenblicklichen schwierigen Unicef-Situation wird die Bigband in Zukunft Unicef nicht im Stich lassen. Nach dem Motto "jetzt erst recht" sind weitere Veranstaltungen in Gütersloh, Münster und auf Norderney in Planung.

Neben diesen Großereignissen und den regelmäßigen Gottesdienstmitgestaltungen gibt die Bigband durchschnittlich ca 20 Konzerte jährlich Hervorzuheben ist, dass bei allen Konzerten und Oldie-Revuen nicht nur Bigbandstücke gespielt wurden und werden, sondern sich viele Mitglieder auch als Gesangssolisten bzw. –gruppen hervorgetan haben und wieder versuchen werden.

Aus dem kleinen Studio, das zunächst im ehemaligen „Mäusebunker“, später dann auf dem Dach des Altbaus der Schule untergebracht war, ist inzwischen durch das stetige Engagement aller Bigbandgenerationen und deren Eltern ein beinahe dem heutigen technischen Stand entsprechendes modernes Studio im ehemaligen „Kunstbunker“geworden. Insgesamt konnten in all den Jahren drei Cassetten, 9 CDs und 9 DVDs produziert werden. Hier gilt dem unermüdlichen Hausmeister Herrn Jäger ein ganz besonderes Dankeschön. Ein weiteres herzliches Dankeschön für kontinuierliche Unterstützung gilt den Herren Husken, Schmittwilken, Attermeyer, Strotbaum und Perrik, sowie unserem stellvertretenden Schulleiter Norbert Engel.

Von Anfang an fanden alle musikalischen Veranstaltungen und Produktionen der Bigband unter dem Motto “Wir singen und spielen für Eine Welt” statt. Schwester Maria Bicker, SVD (Togo) und Pater Ulrich Schlecht, SVD (Philippinen) haben im Rahmen ihres Heimaturlaubes immer wieder in vielen Gesprächen und in Form von Dia-Vorträgen über die schwierige Situation in ihren Tätigkeitsbereichen berichtet und damit die Schülerinnen und Schüler motiviert, Erlöse aus Vorspielabenden, Musikfestivals, Straßenkonzerten usw. verschiedenen Projekten wie Mitfinanzierung von Brunnen-, Krankenhaus- und Schulbauten zur Verfügung zu stellen. Auch die Mukoviszidose-Hilfe (Frau Janning) und das Rumänienprojekt von Pfarrer Lutum (Hl.Geist Emsdetten), sowie das Kinderhilfswerk Unicef erhalten regelmäßig einen Anteil. Darüber hinaus sind spontane Konzerte für notwendige Hilfsaktionen (wie die Hochwasserkatastrophe) eine Selbstverständlichkeit. Einschließlich der Sammelergebnisse hat die Bigband bis heute bereits eine beachtliche 6-stellige Summe eingespielt. Die Schülerinnen und Schüler haben zu Schwester Maria Bicker, die von 1982 bis 1987 als Lehrerin am AJG tätig war, den intensivsten Kontakt entwickelt. Auch in Zukunft sollen weiterhin mit Erlösen aus Veranstaltungen der Bigband soziale Projekte unterstützt werden, um jungen Menschen außerhalb des eigenen Erfahrungshorizontes eine Chance zu geben.




...lang, lang ist´s her...